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 La Palma
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   



 

Kanarische Inseln

La Palma


Tauchen & Wandern

Im Grunde genommen ist La Palma die Spitze eines gut 6000 Meter hohen Bergs. Wobei hier allerdings beinahe 4000 Meter davon unter Wasser liegen. Das bedeutet, dass es praktisch keine Außenriffe gibt. Rund um die Insel fällt das Meer ziemlich bald und ziemlich steil auf besagte 4000 Meter.

Typisch Atlantik darf man an den hiesigen Steilwänden und Steilhängen allerdings keinen üppig wuchernden farbenprächtigen Bewuchs erwarten. Zum einen liegt dies daran, dass es geologisch gesehen noch nicht allzu lange her ist, dass hier Vulkane brodelten, zum anderen aber auch an der Wassertemperatur, die zwischen 18 und 23 Grad liegt, was den meisten Korallen etwas zu kalt ist. Im Gegensatz zu Lanzarote gibt es auf La Palma jedoch Weichkorallen in Gestalt der auch im Mittelmeer beheimateten Roten Gorgonien.
Während auf der Westseite der Insel offiziell 2 Tauchplätze verzeichnet sind, die vorwiegend von Land aus betaucht werden, liegt die bevorzugte Tauchregion mit der Mehrzahl der Tauchplätze  an der Ostküste. Weitere Spots gibt es im Norden und Süden, wobei hier jedoch eher ein Boot gefragt ist und auch mit Strömungen gerechnet werden kann.
Da die Insel nicht wirklich groß ist, sind die meisten Tauchplätze innerhalb einer Stunde mit dem Auto erreichbar.

Eine im Westen liegende Tauchbasis könnte also morgens um 09:00 Uhr öffnen, die Ausrüstung verladen und gegen 10:00 Uhr an einem Tauchplatz auf der Ostseite sein. Der erste Tauchgang könnte dann um 11:30 beendet sein. Nach einer guten Stunde Pause, könnte dann der zweite Tauchgang um 13:00 begonnen werden. Rechnen wir hierfür eine Stunde, dazu eine halbe Stunde fürs umziehen und eine weitere Stunde für die Rückfahrt, wäre man so gegen 16:00 Uhr wieder zu Hause. Hierzu müsste man nur die Worte wäre und könnte durch ist und kann ersetzen. Nur war dies leider abhängig von der Planung der im Westen, hier Puerto Naos, ansässigen Tauchbasis. Und dies sah wie folgt aus.

07.06.2011: Landung in La Palma um 09:45 Ortszeit. Ankunft in Puerto Naos 12:30.

Gutes zureden der Basisleitung schafft es tatsächlich, dass wir am selben Tag noch ins Wasser gehen. Checkdive soll es sein. Wollt ihr 40 oder 50 Meter tauchen? Ich bin mir heute nicht mehr sicher, ob die Frage damals nicht doch ernst gemeint war….

Schließlich wurden es 25 Meter und gute 50 Minuten. Denkbar genug für einen Tauchgang am Anreisetag. Dass ein Tauchlehrer bei einem Checkdive keine Übungen verlangt, sondern seine Einschätzung allein durch Beobachtung des Tauchverhaltens der Kunden trifft, ist für mich in Ordnung.
Eine bessere Beschreibung des Tauchplatzes wäre jedoch wünschenswert gewesen. Ansonsten bin ich nicht böse, wenn man von den halbstündigen Briefings in Ägypten meilenweit entfernt ist. Warum ich das überhaupt schreibe liegt darin, dass es in diesem Fall auch ein Hinweis auf das Maß an Engagement der Tauchbasis ist.

08.06.2011: Auf die Frage wo es zum Tauchen hingeht, kommt die lapidare Antwort. „Wir bleiben hier.“

Wobei ich jetzt nicht behaupten kann, dass der Standardtauchplatz der Westseite, der auch nach der Ortschaft Puerto Naos benannt ist, das Highlight der Insel darstellt. Jedenfalls kam uns noch während des Tauchgangs die Idee, die höher liegenden Regionen der Insel zu begutachten.
Hierfür wären Bergschuhe oder zumindest Trekkingschuhe recht praktisch gewesen. In der Not taten es dann einfache Sportschuhe. Wenn man sich damit nicht auf zu anspruchsvolles Gelände wagt, kann man dennoch eine einmalige Landschaft genießen. Und ich übertreibe hier nicht, wenn ich behaupte, dass man allein im Bereich der Caldera Taburiente, des dominierenden Vulkans von La Palma, eine ganze Woche lange wandern kann. Unglaublich wie üppig dieser gewaltige 1500 Meter Tiefe Krater bewachsen ist.

09.06.2011: Leichte Beschwerden in den Stirnhöhlen, woran das sehr unbeständige Klima, bei dem sich Wolken und Sonne recht schnell abwechseln, wohl nicht ganz unschuldig war, verbunden mit der Auskunft, dass der angestrebte Tauchplatz La Bombilla, nicht im Osten, sondern knapp 3 Kilometer nördlich von Puerto Naos liegt, sorgen dafür dass wir schon morgens auf Flossen verzichten und wieder in der Caldera verschwinden.
Am Abend treffen wir dann zwei Taucher, die uns vom Tauchplatz La Bombilla wärmstens was vorschwärmen.

10.06.2011: Da man uns mehr oder weniger deutlich zu verstehen gegeben hat, dass wir durchaus auch autonom tauchen könnten, geben wir an nach La Bombilla fahren zu wollen. „Dann ist ja schön, dass wir auch dahin fahren.“ kriegen wir zu hören. Wo war noch gleich Osten….
La Bombilla, ich will jetzt wirklich nicht meckern, aber ich habe im Walchensee schon vergleichbare Tauchgänge gemacht. Das einzig interessante waren die Seezungen, die sich farblich an den schwarzen Lavasand angepasst haben. Da auch für den Nachmittag keine lockenden Tauchplatznamen fielen, folgten wir abermals dem Lockruf der Wanderwege. Meine Nachfrage nach einem Tauchgang in der Kapellenhöhle, wurde lediglich mit einem Stirnrunzeln beantwortet.

11.06.2011: Wir tauchten, freiwillig, in Puerto Naos. Warum? Aufgegeben, einfach aufgegeben. Die Basisleitung machte keinerlei Anstalten irgendetwas anderes in Angriff zu nehmen. Zumindest angeredete Ausfahrten mit dem Zodiac, oder gar mit der Bussard fielen mangels Teilnehmerzahlen aus. Wobei die Bussard ein Ausflugsschiff ist, dass von der Basis hin und wieder angemietet wird. Und autonomes Tauchen hört sich zwar gut an, geht aber nur, wenn man weiß bzw. gesagt bekommt, wo man zum Tauchen hinfahren kann.

12.06.2011: Ruhetag. Und damit ist die Tauchbasis gemeint, die sonntags geschlossen hat.

Also Inselrundfahrt. Erst nach Osten, genauer nach Los Cacanjos, wo es auch eine Tauchbasis gibt. Die übrigens sonntags nicht geschlossen hat. Die übrigens verschiedene Tauchplätze nicht nur anbietet, sondern auch anfährt. Und wo auch besagte Kapellenhöhle zu finden ist. Und wo man uns Verständnis und Mitgefühl entgegenbrachte.

2 Stunden später standen wir auf dem höchsten Punkt der Insel. Dem Roche de los Muchachos. Nicht nur dass man von hier einen fantastischen Ausblick in den Krater hat, kann man hier auch eins der größten astronomischen Observatorien bestaunen. Da man auch über die Westseite vom Berg abfahren kann, kann man aus der Tour tatsächlich eine Inselrundfahrt machen. Und dabei nicht nur eine wirklich schöne Landschaft erleben, sondern auch wirklich jede Menge Kurven.

13.06.2011: Sollte man einen Tag vor dem Flug noch tauchen? Sagen wir mal, wenn es sich wirklich lohnt, es nicht zu tief ist, nicht zu lange dauert und esvkein Dekompressionstauchgang wird, könnte man darüber nachdenken. Doch ein weiterer Tauchgang in Puerto Naos? Die Gorgonie ist bei 45 Meter und die Felsen weiter oben sind zwar nett, aber müssen jetzt nicht unbedingt sein. Also doch lieber wandern. Die Route der Vulkane. 2 Stunden dauert es bis man den ersten mit Namen Hoyo Negro zu sehen bekommt. Wer dann noch weitergeht hat nicht nur Kondition, sondern auch mehr als 2 Liter Wasser dabei.

Abreise: Beim Auschecken an der Tauchbasis kamen wir noch in den Genuß eines Nachlasses, da wir von 10 vorab gebuchten Tauchgängen nur 4 in Anspruch genommen hatten. Und das, ohne dass wir auch nur ansatzweise nachgefragt hatten.

Angesichts dieser freiwillig von der Basis angebotenen Kulanz fällt es nicht ganz leicht Kritik zu üben. Doch muß ich sagen, dass wir nach La Palma gefahren sind um die dortige Unterwasserwelt zu filmen und daraus auch einen verwertbaren Film zu machen. Und dies hatte ich der Basis auch vorab per E-Mail bekannt gegeben. Zudem hatte ich angeboten Ihnen Filmmaterial zu Werbezwecken zur Verfügung zu stellen. Nur gibt es leider, Dank des oben beschriebenen Engagements der Basis, kein nennenswertes Filmmaterial.
 

 

 

Nachgedanken

Generell bin ich der Meinung, dass die Natur sehr gut ohne menschliche Einflussnahme zurecht kommt. Und da wo es Probleme gibt, wie zum Beispiel im Falle von Gaulerpa Taxifolia im Mittelmeer, ist die Ursache mal wieder beim Menschen zu suchen, der diese tropische Alge erst ins Mittelmeer verbracht hat.
Wenn nun ein Basisleiter meint er müsse Seeigel töten, in Absprache mit den spanischen Behörden übrigens, weil man meint, dass es in der Gegend zu viele davon gibt, darf ich skeptisch sein, muß das aber nicht verurteilen.
Wie das Füttern einer Muräne dazu passt, ist mir allerdings schleierhaft. Ebenso schleierhaft ist mir, dass im Internet gerade diese Tauchbasis über allen Klee gelobt wird.
Ich glaube, ich darf sagen, dass je mehr Positives geschrieben wird und je vollmundiger Angebote und Versprechungen gemacht werden, desto skeptischer sollte man sein.

Noch etwas zu La Palma. Die Insel ist durchaus sehenswert. Die Menschen sind durchweg freundlich. Allerdings habe ich noch nirgends so viele Autos mit Beulen gesehen.
Die Landessprache ist spanisch. Alternativ wird spanisch gesprochen. Diejenigen, die nicht spanisch sprechen, stammen nicht von La Palma oder haben tatsächlich (Flughafen) jeden Tag mit Touristen zu tun. Trotzdem kommt man auch ohne spanisch ganz gut zurecht.
Sandstrände gibt es. Allerdings ausschließlich schwarzer Lavasand. Und viele sind es gewiß nicht. Dafür gibt es Wolken und zwar reichlich. Wer also einen erholsamen Badeurlaub bevorzugt ist auf La Palma am falschen Ort.
Für Wanderer hingegen ist La Palma ideal. Ebenso gut ist Mountainbike und Paragliding.
Ohne Auto ist man mehr oder weniger aufgeschmissen. Allerdings sind Mietwagen recht günstig.

Die Insel ist von Tourismus nicht bis gar nicht abhängig. Und wenn man die ausgedehnte Landwirtschaft sieht, allen voran Bananen, weiß man auch warum. Trotzdem sind Touristen gerne gesehen, wenn auch die Insel eher selten ausgebucht sein dürfte.
Was das Tauchen betrifft würde ich die Ostseite empfehlen. Auch wenn hier das Wetter eher wolkig ist, hat man doch die besseren und reichlich mehr Tauchplätze. Und Sonne findet man mit dem Mietwagen eigentlich immer innerhalb von einer Stunde, egal wie wolkig es da wo man gerade steht auch sein mag.

Als beste Jahreszeit zum Tauchen gelten die Monate September und Oktober.

 

 

 
   
Bericht: Herbert Haß (c) 2011