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 Äg. Safaga
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



 

Ägypten

Safaga

Hotel: Lotus Bay               Tauchcenter: Barakuda Diving Center   

"Hallo, was kann ich für euch tun?“

Üblicherweise hört man diesen Satz, wenn man das Office eines Tauchcenters betritt. Auch das dazugehörige Lächeln und die Freundlichkeit sind normaler Bestandteil der Kundengewinnung. Nur die ausgesprochene Fröhlichkeit war mehr, als ich erwartet hatte. Und der gute Eindruck, den dieses Willkommen gleich zu Anfang machte, setzte sich fort. Begleitete uns über das leidige Ausfüllen des Anmeldeformulars bis hin zur Materialausgabe. Eine Kiste, mit gut leserlich drauf gepinseltem Namen, ein paar Kilo Blei und schon waren wir auf dem Weg zur Fantasia. Die schwere Tauchtasche gut verstaut auf dem Pick Up, der gemütlich über den Steg tuckerte.
Hilfreiche Hände streckten sich uns entgegen, griffen schon nach den Taschen, während wir noch über den Steg aufs Schiff stiegen.

 

 

Die schwere Videoausrüstung fand in der Kabine einen sicheren Platz und wir machten es uns auf dem Sonnendeck gemütlich.
Während ein ägyptischer Tauchguide sich locker, in bestem Deutsch, mit den überwiegend deutschen Gästen unterhielt.
Überhaupt scheint das Lotus Bay Hotel in Safaga von Deutschen bevorzugt zu sein. Das Hotel selbst ist gemütlich, mit einer überaus  schönen Gartenanlage und einem ebenso gemütlichen Pool. Letzterer ist jedoch deutlich kühler als das umliegende Meer.
Aber wer braucht schon einen Pool, wenn er Taucher ist und Meer hat?
Was man als Taucher weniger braucht, ist Wind. Und den gab es reichlich. An und für sich mag ich es ja, wenn das Boot so richtig wackelt. Schade nur, wenn man dadurch die geplanten Tauchplätze nicht anfahren kann.  Also hieß das Ziel Abu Begul. Ein Riff in direkter Küstennähe und nicht unbedingt das Highlight der Gegend.
Überraschenderweise präsentierte es sich dann aber doch von seiner besten Seite. Und die Brecher, die übers Riffdach liefen, waren es wert, gefilmt zu werden.

Faszinierend, wie die Fische in den Wellen tanzten.  Kein Vergleich mit der Behäbigkeit eines Tauchers, der darum kämpft, nicht gegen irgendwelche Korallen getrieben zu werden, während er versucht, die Kamera in Position zu halten und gleichzeitig  die nächste Brandungswelle bewundert, die, sich überschlagend, übers Riffdach rollt. Dann lockte auch schon das Mittagessen. Und direkt nach dem Essen warf ich einen Blick in die Kombüse. Kaum zu glauben, dass der Koch in dieser winzigen Kammer ein überaus leckeres Essen, für 12 Personen, gezaubert hatte. Eins, das den Vergleich mit dem Hotelessen in keinster Weise zu scheuen brauchte.
Auch beim zweiten Tauchgang blieben wir bei Abu Begul.  Nahmen diesmal nur die südöstliche Seite, wo es ein paar freistehende Türme gibt. Ein gemütlicher Platz mit reichlich Fisch. Genau das Richtige für einen Nachmittagstauchgang. Da im Oktober die Sonne auch in  Ägypten schon recht früh untergeht,  blieb,  zurück an

 

Land, nur wenig mehr als eine halbe Stunde für  etwas Beachvolleyball.  Kaum 20 Schritte von der Basis entfernt. Was auch recht praktisch ist. Danach folgte noch ein gemütliches Radler und ein Plausch mit den übrigen Tauchern, auf der Veranda der Tauchbasis.
Schon um 18:30 gab es Abendessen. Und nur wer rechtzeitig kommt, kriegt den besten Nachtisch. Die Schüssel mit Mousse of Chocolate war regelmäßig die Erste, die so leer war, wie mein Kopf nach einem Gespräch mit meinen Chef….
Shisha! Wasserpfeife. Ich wollte schon an meinem Kumpel vorbeigehen. Weil, er konnte es eigentlich nicht sein. Er raucht ja nicht. Aber sein lachendes Gesicht und das heftige Winken verwischten alle Zweifel.
„Auf den schönen Tag.“
Fröhlich reichte er mir die Shisha. Gott sei Dank nur Apfeltabak und nicht diesen schweren Schwarzen, der einem das Hirn im Schädel auf den Kopf stellt.
Rechtzeitig, so gegen 11 Uhr, hörten wir auf. Mit Shisha und Radler und freuten uns auf eine geruhsame Nacht.
Eigentlich war es die auch. Weit genug entfernt von der Showbühne des Hotels, aber nicht weit genug weg von der Moschee und dem morgendlichen Gebet des Muazin.

Wecker brauchten wir da keinen mehr. Aber was soll’s. Sich noch mal gemütlich umdrehen zu können, ist ja auch nicht schlecht. An Bord der Fantasia kam Gamal uns breit lächelnd entgegen.
„Wir fahren zum Panoramariff.“
Ich glaube, unser Lächeln war danach noch breiter, als seins. Das Panoramariff gilt als einer, von einer Handvoll Topplätzen der Region. Quasi ein Unterwasserberg, steigt es aus gut 400 Meter Tiefe bis knapp unter die Wasseroberfläche, ähnlich wie das Middleriff und Abu Kafan.
Aufgrund des immer noch heftigen Winds und der recht schweren See, machte das Schiff an der Südspitze des Riffs fest. Und direkt unter uns war nichts als tiefblaues Wasser. Und Taucher. Mehrere Boote waren schon da und hatten ihre „Fracht“ abgeladen. Was soll ich sagen. Früher gab es mal viele Haie und wenig Taucher. Heute gibt es viele Taucher.

 

Aber wenn man etwas geschickt taucht, kann man den gröbsten Gruppen und Haufen ausweichen und dennoch einen schönen, gemütlichen Tauchgang haben. Ein schönes Bild war es jedoch, als an der senkrecht, abfallenden Steilwand, kurz vor dem Südplateau, eine Wand aus glitzernden Luftblasen aufsteigt. Auf dem Video sah es jedenfalls ebenso gut aus, wie in Realität.
Auf dem Plateau selbst herrscht reges Leben. Viele Blaupunktrochen, die einen auch schon mal auf Armlänge heranlassen, während sie im Boden nach Freßbarem graben. Ebenso Muränen und Thunfische. Wenn man Glück hat. Die patroullieren meist an der Außenkante des Plateaus, das in 20 bis 35 Meter Tiefe verläuft. Der darunter befindliche Abgrund ist sehenswert, ebenso wie die Thunfische, wenn sie denn da sind.

 

 Da das Wetter zunehmend unruhiger wurde,  blieb das Schiff auf seiner Position, statt das Nordplateau anzulaufen. Aber kein Grund für Trübsinn, denn der Tauchplatz im Süden ist wirklich schön genug für zwei Tauchgänge.
Nach einem prüfenden Blick aufs Meer ging es daran, alles zu verstauen, von dem man nicht wollte, dass es durch die Gegend geschleudert wurde. 
Und kaum war das Schiff aus dem Schatten des Riffs heraus, wurde es an Bord lebendig.
Bestenfalls in der Mitte des Schiffs hatte man noch die Chance, frei auf seinen Füßen zu stehen.
An allen anderen Plätzen hieß es Hand an die Reling, oder an alles, an was man sich festhalten konnte. Der Bug war hier mein Lieblingsplatz.
Ich weiß nicht, wie viele Tickets ich auf einem Erlebnispark kaufen muss für 1 Stunde Schiffschaukel. Hier war es im Preis inbegriffen und machte Spaß ohne Ende.

 

 

Am nächsten Tag war es dann auch nicht sicher, ob die Boote raus fahren würden. Sturmwarnung fürs Rote Meer war gegeben worden. Allerdings zeigte sich die See tatsächlich von ihrer gemütlichen Seite. Wenig Wind und mit dezenten Wellen ohne Schaumkronen. Was vermuten lässt, dass die zuständigen Beamten in ihren Büros weder über Fenster, noch über zuverlässige Wetterberichte verfügen. Noch besser als das Wetter war der erste Tauchplatz. Tobia Arba, die vier, in Wirklichkeit sieben, oder acht, je nachdem wie man zählt, Türme.
Nicht tief, aber bestens bewachsen, mit netten Nischen, voll von Glasfischen, Kugelfischen, Muränen, Rochen, und bis 10 Meter Tiefe auch ohne Lampen, bunt ohne Ende. Ganze Wolken von roten Riffbarschen, die in dezenter Strömung stehen und alles bestens von der Sonne beleuchtet. Ein Tauchgang, der einen die Zeit vergessen lässt.  Und so waren wir auch erst nach 85 Minuten wieder an Bord.

Kaum waren wir dann aus dem Wasser, hagelte es Boote. Diesmal mit Schnorchlern besetzt. So ist Tobia Arba auch ein idealer Platz für Paare, bei denen der Partner nicht taucht, aber seinen Kopf schon mal soweit unter Wasser steckt, dass er durch die Maske auf die Fische und Korallen der Türme blicken kann.
Der zweite Tauchplatz gefiel mir ehrlich gesagt nicht so gut. Abu Soma Garden ist überwiegend mit Steinkorallen versehen. Das heißt nicht, dass es hier schlecht ist. Im Gegenteil, die Wimpelfische waren genial, schwebten mir stilecht und fotogen vor die Kamera. Nur bin ich eben kein so großer Fan der speziellen Korallen dieses Tauchplatzes. Andere wiederum werden den Platz mit Sicherheit mögen und loben.

 

 

Auch am nächsten Tag war die See ruhig. Ideale Bedingungen für eine Fahrt nach Abu Kafan. Dieses Riff ähnelt dem Panoramriff, nur sind die Plateaus an der nördlichen und südlichen Seite, wesentlich schmaler und damit auch übersichtlicher. Zuerst tauchten wir am Südplateau, wobei die Fantasia an den Ankertauen der Westseite festmachte. Auch hier empfing uns eine senkrechte Wand. Teils mit wunderschönen Überhängen und kleinen Höhlen durchsetzt. In einer saß eine Muräne. Mitten auf dem Sandgrund und halb aufgerichtet, blickte sie uns entgegen. Auch das Plateau selbst glänzte mit Nettigkeiten. Erfreulich zutraulichen Fischschwärmen und neugierigen Makrelen. Und am Ende tauchte auch noch einmal die Muräne auf. Diesmal frei übers Plateau schwimmend. Direkt unterm Boot fand sich dann auch noch einer dieser Überhänge. Eine Felsnase, die gut 10 Meter ins Meer hinausragte. Reich bewachsen und von reichlich Fisch umkreist.
Der zweite Tauchgang sollte im Norden stattfinden. Gedacht war ein Strömungstauchgang. Wobei das Boot uns an der östlichen Spitze des Plateaus absetzen sollte. Leider hat das nicht ganz so gut funktioniert. Das Boot fuhr etwas zu schnell und bevor man mir die Videoausrüstung nachreichen konnte, war es auch schon 20 Meter weg. Ein bisschen Sport ist ja nicht ungesund und so tuckerte ich auf Flossen hinterher. Netterweise hatten sie inzwischen Fahrt weg genommen und ich kam an Video und Tauchpartner heran. Allerdings war es dann bis zum Riff auch wieder ein Stück weg. Und nur der Leuchtturm an der Südspitze wies den Weg.
Letztlich erreichten wir das Riff im Bereich der Steilwand, waren also ein gutes Stück am Plateau vorbei gekommen. Was aber nicht tragisch war. Die Strömung war in diesem Bereich nicht allzu stark.

 

 

Und für das Extra Paddeln wurden wir mit einem stattlichen Barakuda belohnt, der sich hier rumtrieb. Ein Einzelgänger. Und mit eineinhalb Meter Größe, so groß, dass sich gleich zwei Putzerfische um ihn kümmerten.
Auf dem Plateau selbst gab es stellenweise etwas stärkere Strömung und reichlich Fischverkehr. Dabei auch recht große Brocken, die leider ein wenig zu tief waren, um ihnen Hallo zu sagen.
Dafür ließ sich unser Barakuda wieder blicken und auf dem Heimweg zum Ankerplatz der Fantasia hatten wir leichten Rückenwind. Ich werde das Nordplateau in jedem Fall in guter Erinnerung behalten.

 

Schon am ersten Tag wurde von mir und meinem Tauchpartner nach den Möglichkeiten zu einem Early Morning Dive gefragt. Ein spezielles Angebot der Tauchbasis, was aber nur auf Wunsch zustande kommt. Leider sind nicht alle Taucher um vier Uhr morgens wach zu kriegen. Trotz Moschee und Muazin. Und so war tatsächlich erst bei Ladenschluß, als im letzten Moment sich noch drei Taucher anmeldeten, klar, dass der Early Morning Dive stattfinden würde.

Was soll ich sagen. Ich war rechtzeitig wach. Aber ich hätte was drum gegeben, wenn mich jemand aus dem Bett gerollt hätte. Mit dem ersten hellen Schimmer am Horizont liefen wir aus. Abu Kafan war das Ziel. Unser Guide war der Meinung, dass wir dort die Chance auf Haie hätten. Und war dann ziemlich überrascht, dass wir eigentlich lieber zur Saleem Express gewollt hätten. Und als er erfuhr, dass wir am Vortag schon bei Abu Kafan waren, meinte er nur, was für Glückspilze wir doch seien. So früh wir auch losgefahren waren, als wir am Riff ankamen, stiegen gerade Taucher aus dem Wasser. Ein Safari Boot hatte das Riff besucht. Und es herrschte eine satte Strömung, teilte man uns mit. Also war ein Strömungstauchgang angedacht. Etwas, das für Videoaufnahmen nicht immer optimal ist. Also handelte ich mit der Besatzung aus, dass ich und Edi am Plateau abgesetzt würden. Da aber die Möglichkeit auf Haie am ehesten an der östlichen Steilwand, knapp oberhalb des Plateaus, sein sollte, ließen wir uns kurz vorher, in etwa gegenüber dem Leuchtturm,

 

absetzen. Hier verläuft eine senkrechte Wand und unser Absetzpunkt war so etwa gut 200 Meter vom Absetzpunkt der anderen Gruppe entfernt. Gleich nachdem wir im Wasser waren, war gleich eins zu spüren. Keine Strömung. Nicht ein Hauch von Strömung. Also paddelten wir gemütlich in Richtung Plateau, die Augen ins Freiwasser gerichtet, auf der Suche nach Haien. Gleichzeitig hingen unsere Gedanken bei der anderen Gruppe, die nun auch auf ihren Flossen traben konnte, statt vom Wasser geschoben zu werden. Was soll ich sagen, Haie gab es keine. Dafür dann aber doch Strömung und zwar direkt im Bereich des mächtigen Felsturms, der sich in etwa der Mitte des Plateaus erhebt.  Hier zog es so mächtig, dass man Schwierigkeiten hatte, nicht abgetrieben zu werden.
Wenn man aber die Strömung geschickt ausnutze, dann konnte man um den Turm Karussell fahren. Und jedes Mal kam einem dabei etwas anderes entgegen. Vom Drückerfisch, über freche Makrelen, bis hin zu Imperator Kaiserfischen.

Etwas vor der Zeit gingen wir aus dem Wasser. Ein Tauchgang an der Saleem Express bedeutet eine Tiefe von gut 30 Meter. Und wenn man das Wrack richtig sehen und filmen will, dann ist man recht lange in mehr als 20 Meter Tiefe unterwegs. Also hieß es für den ersten Tauchgang nicht so lang und nicht so tief. Dennoch waren es 48, teils lustige, teils anstrengende Minuten.

 

 

Wenn man das erste Mal die Saleem Express sieht, steht man am Bug, oder auf dem Sonnendeck des Tauchschiffes. Jedenfalls bei guter Sicht, denn dann kann man das Wrack unter sich im Wasser klar erkennen. Und es ist ein bedrückendes Gefühl, das dabei entsteht, bei dem Gedanken, wie viele Menschen bei dem Unglück gestorben sind.
Nur 10 Meter trennen die Backbordwand von der Wasseroberfläche. Für gute Apnoe Taucher kein Thema und selbst ohne Flossen zu bewältigen. Umso beklemmender ist es, wenn man weiß, dass es damals kaum jemand aus dem Wrack zur Oberfläche geschafft hat.
Der Tauchgang selbst beginnt unkritisch. Bequem kann man an einer der Ankerleine, die fest am Wrack angebracht sind, abtauchen. Direkt über der Reling an Backbord schwebend, kann man das Wrack leicht überblicken. Speziell die Davits, in denen allerdings kein Rettungsboot mehr hängt, stechen ins Auge. Nach der Empfehlung der Tauchguides, taucht man am Kiel entlang zum Heck, wobei man einen guten Ausblick auf eine der beiden Schrauben hat.

Die offen stehende Heckklappe lädt dazu ein, ins Wrack zu tauchen. Dies sollte man unter allen Umständen bleiben lassen. Erstens ist es verboten, zweitens ist es eine Frage des Respekts. Und drittens ist das Wrack von außen bei weitem interessant genug. Speziell im Bereich der beiden Schornsteine und des Mastes. Im Bereich der Beiboote, die dicht neben dem Wrack auf dem Grund liegen, hat man gute Chancen, Fischschwärme zu finden. Hier gibt es auch ersten Bewuchs in Form zweier Weichkorallen. Eine davon mehr als zwei Meter groß.
Wenn man sich Zeit lässt auf dem Weg vom Heck zur Brücke, gibt es viel zu entdecken. Allerdings wird es dann auch knapp mit der Nullzeit. Für den Bug und den Anker bleibt dann kaum noch Zeit. Ein interessantes, und zugleich überraschendes Detail ist, dass die Bugklappe ein gutes Stück weit offen steht. Gründe hierfür können wohl nur vermutet werden.
In jedem Fall lohnt sich ein Tauchgang an der Saleem Express. Allerdings sollte man möglichst früh beim Wrack sein. Spätestens ab dem dritten Schiff, das Taucher bringt, wird es etwas eng dort unten. Und wer mag es schon, wenn man gerade etwas Interessantes vor den Augen hat und über und unter einem Taucher vorbeiziehen. Wobei letztere einen mit Luftblasen eindecken.

Eigentlich hätte der Tag mit dem Tauchgang am Wrack zu Ende gehen können. Doch beim Early Morning Tauchpaket stehen drei Tauchgänge auf dem Programm. Und da Shaab Sheer nicht weit von der Salem Express liegt und gleichzeitig auch ein guter Platz ist, war dieses gut ein Kilometer lange Riff das nächste Ziel. Leider schoben sich tatsächlich Wolken vor die Sonne. In Ägypten selten genug, nur leider äußerst ungünstig für die Lichtverhältnisse unter Wasser. Und ausgerechnet hier kommt mir ein Maskenkugelfisch entgegen, der Scheu nicht zu kennen scheint. Im Licht der Kamera und obwohl ich ihm wirklich dicht auf die Schuppen rücke, knabbert er an Steinkorallen und schluckt die Stücke auch noch runter. Unglaublich. Wenn ich da an meinen Magen denke. Der verträgt nicht mal das Futter vom großen M…..
In aller Ruhe und spiegelglatter See ging es in Richtung Heimathafen. Noch auf dem Boot spülten wir die Tauchausrüstung und trockneten sie schon mal vor. Mit Wehmut im Bauch schleppten wir sie zum Zimmer. Ein Tag noch zum Ausruhen, dann wartet der Flughafen mit dem üblichen Stress. Stellt sich die Frage, was macht man als Taucher mit einem freien Tag. Was schon. Man legt sich in die Sonne. Versucht etwas Farbe zu kriegen, damit einem daheim auch geglaubt wird, dass man im Urlaub war. Allerdings gibt es noch andere Möglichkeiten. Eine Quad Tour in die Wüste zum Beispiel. Weg von all dem nassen Wasser und hinein in die staubige Wüste.

 

Und das es dort staubig wird, bei der Art wie man da Quad fährt, darf geglaubt werden. Ansonsten machen die 15 PS unterm Hintern so richtig Spaß. Und wenn man ganz am Ende der Schlange fährt, dann sieht der, an der Spitze fahrende ägyptische Reiseleiter auch nicht, dass man ein Stückchen wilder fährt, als er es für gut hält. Denn grundsätzlich glaubt er, alle Touristen können nur wenig mehr als geradeaus fahren. Und teilweise muss man ihm recht geben. Ein Quad ist kein Spielzeug. Und 15 PS sind 15 Pferde. Wer glaubt, das ist nicht viel, soll mal versuchen, auch nur ein einziges Pferd am Weglaufen zu hindern.
Was den Staub betrifft, dafür gibt es ja eine Dusche im heimatlichen Hotelzimmer. Aber in den Haaren steckt er schon arg. Am Nachmittag ging es dann noch mal zur Tauchbasis, wegen der Abrechnung. Ganz toll ist, dass man dabei einen Ausdruck bekommt, auf dem alle Tauchgänge verzeichnet sind. Und zwar mit einer Grafik des Tauchplatzes, der Tiefe, der Zeit und der Tauchpartner. Ein ausgezeichneter Service und eine schöne Erinnerung.

Am Abend, dem letzten Abend, habe ich dann mal Wodka Cola probiert. Durfte ich ja, Tauchen war ja vorbei. Zweieinhalb Gläser habe ich geschafft und weiß jetzt, ich probiere es nie wieder.

Am nächsten Morgen, nein Kopfschmerzen hatte ich keine, ging’s dann noch einmal zur Basis. Einige letzte Fotos und Verabschiedungen. Und an dieser Stelle noch einmal ein besonderes Danke an die Crew des Barakuda Diving Centers. Ich könnte noch mehr schreiben. Über die gute Atmosphäre, die Freundlichkeit, die Hilfsbereitschaft, aber dann würde das hier kein Bericht, sondern ein Roman werden.

 
     
 

(c) Herbert Haß (Nov. 2008)

Unterwasserfotograf: Edmund Riedel

 

Spezielle Tauchreisen sind auch buchbar über Barakuda Tauchreisen

siehe: Barakuda.de

 

Das Video zur Tour! www.bullscreen.de