|
|
|
Barakuda
Tauchsafari |
|
Südtour 2010 |
|
|
|
|
|
Wind, viel Wind, im Norden würde man fast schon von
einer steifen Brise reden, zwingt den Piloten zur schrägsten
Landung, die ich bisher erlebt habe.
Sicher, ordentlich, routiniert, nur eben ziemlich schräg.
Und für diejenigen, die nicht wissen, warum man ein Flugzeug
bei der Landung nach dem Wind ausrichten muß, vielleicht
auch etwas verwirrend.
Etwas desinformiert wirkte dann auch der Busfahrer, der uns
über Port Ghalib zum Hafen von Marsa Alam brachte. Links rum
im Kreisverkehr? Warum nicht, wenn's doch kürzer ist....
Im Hafen, pardon, im Naturhafen, von Marsa Alam fällt unser
Blick auf einen kiesigen Strand, gegen den immer wieder Zodiacs anrennen, sich halb aufs Land werfen, Touristen
einsammeln, um dann eiligst zu den vor Anker liegenden
Schiffen zu düsen. So auch uns. Beide Zodiacs der Voyager
sind in Arbeit, um insgesamt 16 Taucher und Gepäck zum Schiff
zu bringen.
Lange, bevor die letzten an Bord sind, wird es dunkel. Schon
Minuten nach Sonnenuntergang ist es Nacht. Und da es gerade mal 5 Uhr ist, ist noch reichlich Zeit zum |
|
 |
|
|
Auspacken, Abendessen, Kennenlernen
und schließlich das unvermeidliche Testen der Kojen. Sanft schaukelnd, mit
frischer, leicht dieselgewürzter Luft, versucht uns das
Schiff in den Schlaf zu wiegen. Klappt nicht so leicht. Und
als es doch funktioniert, dringt erstes Morgenlicht durchs
Bullauge.
Kaum richtig wach, winkt auch schon das Frühstück und kurz
danach lichtet die Voyager die Anker und richtet ihren Bug
gen Süden. Sharm Marsa Alam heißt das erste Ziel. Ein
kleines Riff, kaum eine halbe Stunde vom Hafen entfernt. Bei
guter Sicht ein schöner und abwechslungsreicher Platz. Genau
das Richtige für den obligatorischen Checktauchgang. Die
Fragen nach der nötigen Bleimenge, Sitz und Funktion der
Ausrüstung und vor allem, der Einsatzfähigkeit der Boje,
können hier während 70 gemütlicher Tauchminuten ausgiebig
beantwortet werden.
Ebenso die Frage nach dem Wetter. Leichte Schaumkronen
lassen so einiges erahnen. Ebenso die Ankündigung des
Captains, dass er nach dem Abendessen die Anker lichtet.
Eine 12stündige Nachtfahrt nach St. Johns, bis 2 Kilometer
vor die Grenze zum Sudan, steht auf dem Programm. Es gibt
Menschen, die bewegen sich im Schlaf. Und es gibt Menschen,
die schlafen, während sie bewegt werden. Und dann gibt es
die, die einfach nur die Bewegung genießen und darauf
warten, dass es wieder hell wird.
Unglaublich, dass ein Riff, das mit keinem Stück übers
Wasser ragt, selbiges doch so weit beruhigen kann, dass die
Voyager dicht am Riff liegend nur noch mäßig schaukelt.
Trotzdem ist die Zodiacfahrt ein anständiger Ritt und erst
unter Wasser stellt sich Ruhe, Frieden und Gemütlichkeit
ein. Eine beeindruckende Steilwand zieht an uns vorbei. Oder
wir an ihr, getrieben von mäßiger Strömung.
Weiter unten, ein Wald richtig großer Fächerkorallen. Leider
gut 30 Meter tief liegend. Und kaum zurück auf 20 Meter
zieht ein dicker Hai genau an der Stelle vorbei, wo wir eben
noch waren. Hat wohl gewartet, bis wir weg waren. Nur ein
Riff und einen Tauchgang später, ein anderer Hai, dasselbe
Spiel. |
 |
|
 |
|
Fächerkoralle |
|
Riesenkugelfisch |
|
Wie kann ein Tauchplatz, der am Abend auf
der einen Seite eher uninteressant wirkte, sich am nächsten
Morgen als topografisches Highlight der Tour entpuppen? Umm
Aruk heißt der Platz, an dem die Pinnacles wie Pilze aus dem
Boden schießen. Riffbarsche ohne Ende, bunte Weichkorallen,
Napoleonfische, Muränen. Auf engstem Raum war soviel zu
finden, dass man hier locker drei Tauchgänge hätte machen
können. |
|

Muräne |
|
Umm Kharabib, das Land der Höhlen. Eine Riffwand, die
aussieht wie ein Schweizer Käse. Riesige Torbögen, ebenso
wie schmale Gänge. Auf der einen Seite Steilwände, auf der
anderen Seite eine geschützte Bucht. Slalom, Stangenlaufen,
etwas in der Art, nur viel langsamer, gemütlicher und sehr
abwechslungsreich.
Wobei man auch schon mal einer frei schwimmenden Muräne
begegnet.
Bei drei Tauchgängen pro Tag weiß man bald nicht mehr, ob
man länger naß oder trocken ist. Sicher, man verbringt mehr
Zeit über Wasser. Aber rechnen wir es mal so...., rein in
den nassen Anzug, rauf auf's Zodiac, Fahrt zum Riff, rein
ins Wasser, wieder rauf aufs Zodiac, Fahrt zur Voyager, raus
aus dem Anzug, rein in die Dusche. Vom Ende des Briefings,
bis zum ersten Tee, Frühstück oder Mittagessen vergehen so
leicht mal zwei Stunden. Entsprechend schnell vergehen auch
die Tage. Und plötzlich war die Voyager schon wieder auf
großer Fahrt. Diesmal für 6 Stunden Richtung Norden. |
|
Sataya, ein drei Kilometer langes Riff.
Bekannt für reichlich Tauchplätze und Delfine. Delfine
haben wir dabei öfter während der Überfahrt gesehen. Nur bei Sataya selbst hat es nicht geklappt. Dafür gab es in Sataya
Ost einen absolut spektakulären Nachttauchgang. In ganzen
Rudeln jagende Rotfeuerfische, die dabei auch mal den ein
oder anderen Kugelfisch beiseite schubsten. Und nicht nur
ein Fisch verschwand in dieser Nacht in hungrigen Bäuchen.
Ganz anders die Westspitze von Sataya. Schön bewachsene
Pinnacles ragen hier aus zauberhaft weißem Sand. Der farbige
Kontrast dieses Tauchplatzes war einer der Highlights der
Tour. |
 |
|
 |
|
Nacktschnecke |
|
Napoleon |
|
Noch am Mittag verließ die Voyager Sataya
und fuhr weiter nach Fury Shoals. Mittlerweile an Seegang
gewohnt, bot der Bugspriet hierbei eine Möglichkeit zum Achterbahnfahren.
Die schönste Schaukel, die man sich vorstellen kann. Krass,
wenn die Wellen derart kommen, dass sich der komplette
Bugspriet, bis in Höhe des Geländers und damit auch bis in
Kopfhöhe des auf ihm Sitzenden, in die nächste Welle bohrt.
Schön, wenn man anschließend von frischem Wind getrocknet
wird und dabei in die grinsenden Gesichter des Captains und
neben ihm stehender Taucherkollegen blickt.
Frisch vom Bug kommend und fast trocken, wartete schon das
nächste Briefing und der nächste Tauchplatz, versehen mit
einem uralten, aus Tunesien stammenden Wrack. Kaum mehr als
30 Meter lang und schräg von 3 bis 18 Meter Tiefe am Riff
liegend, war es so dicht bewachsen, dass es schon als Teil
des Riffs wirkte. Egal, ob
man gemütlich unter dem Kiel
durchtaucht, den Blick vom Heck zur Riffspitze hinauf
genießt oder sich in den Innnenraum zwängt. Das Wrack bietet
genug für 30 Minuten Tauchen. Und danach kann man sich den
Riffblöcken widmen. |
|
 |
|
Oder von einem Bogenstirn Torpedorochen zum Wrack zurück
locken lassen.
Als zusätzliches Schmankerl gab es dann auch noch einen
Nachttauchgang am Wrack einer Segeljolle. Nicht besonders
groß, nicht besonders beeindruckend, aber nachts ein
besonderes Erlebnis.
So wie das Abendessen, bei dem eine mächtige Pute auf uns
wartete. Ebenso wie bewegte Kojen. Denn abermals bot uns die
Voyager eine Überfahrt bei Nacht. Womit ich jetzt sagen
darf, dass im Süden wesentlich mehr gefahren wird, als bei
der Nordtour. |
|
Das Elphinstoneriff hat nicht nur einen
klangvollen Namen, sondern gilt auch als das berühmteste
Riff rund um Marsa Alam und als einer der besten Plätze des
südlichen Roten Meeres. Allerdings auch berüchtigt, wegen
der Strömungen. Diese können eine beeindruckende Stärke
erreichen. Gut, wenn man einen Tag mit leichter Strömung
erwischt. Gerade stark genug, um bequem vom Absetzpunkt am
Nordplateau bis zum Liegeplatz der Voyager an der Südspitze
zu gelangen. Und dabei noch genügend Zeit zu haben, um
Napoleon, Muräne, Korallen und posierenden Fischen
Aufmerksamkeit zu schenken. Auch ein Blick auf das gut 3
Meter unter der Wasseroberfläche liegende Riffdach lohnt
sich. Allerdings muß man dabei auf die Strömung achten, die
einen hier auch schon mal vom Riff wegtreiben kann. Generell
ist am Elphinstoneriff Vorsicht geboten. Niemals sollte man
den Kontakt zum Riff verlieren. Ebenso, wie an den Riffen
rund um St. Johns oder Sataya, wo man sich praktisch mitten
auf dem Meer, ohne Sicht zur Küste befindet, darf unter
keinen Umständen weiter getaucht werden, wenn man den
Sichtkontakt zum Riff verloren hat. Die Signalboje, die
jeder Taucher mitführen sollte, was von
verantwortungsvollen Veranstaltern auch gefordert wird, kann
hier darüber entscheiden, ob man vom Boot aus gesehen wird
oder für den Rest seines Lebens, das dann nicht mehr allzu
lange dauert, auf dem Meer treibt. |
|
 |
|
 |
|
Will man Äpfel vergleichen, sollte man
dies mit Äpfeln tun. Will man Obst vergleichen, kann man
Äpfel, Birnen, Orangen, also praktisch alles in den Vergleich
ziehen und wird doch immer wieder feststellen, dass es
letztlich eine Frage des Geschmacks ist. Beim Vergleich von
Tauchplätzen ist es ähnlich. Daher wird ein Vergleich
zwischen Norden und Süden des Roten Meeres beiden Gebieten
nicht gerecht. Sicherlich bietet der Norden mit den
zahlreichen Wracks und den Gebieten um Ras Mohammed und der
Straße von Tiran mehr Möglichkeiten und Abwechslung. Doch
der Süden hat seinen eigenen Reiz. Hat dabei relativ
unberührte Tauchplätze, mit weit weniger Schiffen und
Tauchern und eine potentiell höhere Chance auf Großfische
wie Haie und Napoleons.
Zudem lockt die Weite des Meeres mit dem unvergleichlichen
Gefühl abseits jeder Küste mitten im Meer zu tauchen. |
|
TG |
Datum |
Tauchplatz |
Tiefe |
Zeit |
| 01 |
19.11.2010 |
Sharm Marsa Alam |
14,6 |
75 |
| 02 |
19.11.2010 |
Sharm Marsa Alam South |
19,6 |
66 |
| 03 |
20.11.2010 |
St. Johns Habili Ali |
36,8 |
51 |
| 04 |
20.11.2010 |
St. Johns Gotta Kebira |
31,1 |
70 |
| 05 |
20.11.2010 |
St. Johns Umm Aruk |
28,6 |
65 |
| 06 |
21.11.2010 |
St. Johns Umm Aruk |
22,0 |
65 |
| 07 |
21.11.2010 |
St. Johns Umm Kharabib (Caves) |
14,1 |
78 |
| 08 |
21.11.2010 |
St. Johns Umm Kharabib |
23,8 |
53 |
| 09 |
22.11.2010 |
St. Johns Paradise Reef |
25,8 |
67 |
| 10 |
22.11.2010 |
Ras Banas Sirnaka |
41,3 |
70 |
| 11 |
22.11.2010 |
Sataya Kebir Ost |
11,6 |
53 |
| 12 |
23.11.2010 |
Sataya Kebir Ost |
33,8 |
53 |
| 13 |
23.11.2010 |
Sataya Kebir West |
20,8 |
70 |
| 14 |
23.11.2010 |
Fury Shoals Abu Galawa Kebir |
20,1 |
62 |
| 15 |
23.11.2010 |
Fury Shoals Abu Galawa Soraya |
17,7 |
48 |
| 16 |
24.11.2010 |
Elphinstone |
15,9 |
46 |
| 17 |
24.11.2010 |
Sharm Marsa Alam |
12,5 |
74 |
| |
|
Spezielle Tauchreisen sind auch
buchbar über Barakuda Tauchreisen |
|
siehe:
www.Barakuda.de |
|
|
|
|
Das Video zur Tour!
www.bullscreen.de |
|
(c) Herbert Haß (Nov. 2010) |
|
|